Im Auftrag des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) haben sich staatliche, kommunale und kirchliche Fachleute im März 2025 in Köln auf Empfehlungen für den Umgang mit denkmalgeschützten Kirchen verständigt. Sie richten sich an alle Betroffenen und Interessierte, insbesondere an politisch Verantwortliche in Bund, Ländern und Kommunen, an Entscheidungstragende in den Denkmalämtern und -behörden der Länder und Kommunen, in den (Erz-)Diözesen, Landeskirchen sowie an Planende. Bei seiner Jahrestagung am 3. November 2025 in Berlin hat das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz diesen Appell verabschiedet. Zeitgleich wurde der Appell auch durch EKD und die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht.
Das Dokument benennt Standards guter Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Denkmalpflege und plädiert für geteilte Nutzung und Trägerschaft. insbesondere bei Zielkonflikten um Nutzungsveränderungen und -erweiterungen in denkmalgeschützten Kirchengebäuden gelte es, konstruktiv gemeinsame Lösungen zu finden. Eine breite Beteiligung von politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sollte für den Umgang mit diesen öffentlichen Räumen selbstverständlich sein. Vorrang sollten Bemühungen haben, das Gebäude in Nutzung zu halten.
Vieles an diesem Dokument scheint selbstverständlich. Im Beratungsprozess wurde jedoch deutlich, dass der Anspruch auf transparente Prozesse unter öffentlicher Beteiligung aufseiten der Kirchen und eine ermöglichende Haltung auf Seiten der Denkmalpflege nicht immer flächendeckend erlebt werden. Nicht nur einige der konkreten Vorschläge zu Prozessqualität und vertretbaren Eingriffen, sondern auch die vorrangige Orientierung an der Nutzung könnten wichtige Anregungen für die Praxis geben - wo derzeit die Zahl die "Kirchenschließungen" ohne Perspektive auf Erprobung möglicher alternativer Nutzungen und eine öffentliche Diskussion zunimmt.
Appell des DNK zur Zukunft denkmalgeschützter Kirchen in Deutschland Appell des DNK zur Zukunft denkmalgeschützter Kirchen
Dr. Kerstin Menzel (TP 2) war beteiligt an der Erarbeitung einer Stellungnahme, die jetzt vom Deutschen Nationalkomitee verabschiedet wurde.
Baustelle Lutherkirche Leipzig
© Kerstin Menzel
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Dr. Kerstin Menzel