Universität Bonn

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31. März 2026

TRANSARA-Studienfahrt nach Belgien TRANSARA-Trip nach Belgien

Exkursion mit der KU Leuven vom 10. -11.03.2026

Vom 10. -11.03.26 besuchte eine TRANSARA-Gruppe auf Einladung von Prof. Sven Sterken von der KU Leuven Kirchengebäude in Gent und Umgebung.

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IMG_4122.jpg © Stefanie Lieb
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Auf Einladung von Prof. Sven Sterken und Femke van der Meulen von der KU Leuven fand vom 10. -11.03.26 eine Studienfahrt von TRANSARA nach Gent und Umgebung statt, wo wir innerhalb von zwei Tagen mit dem Besuch von elf Kirchbauprojekten die Vielfalt der Sakralbaulandschaft in dieser Region sowie die zahlreichen unterschiedlichen Umnutzungsmodelle kennen lernen durften. Die Fahrradtour durch Gent am ersten Tag begann mit dem Mittagessen im „Parnassus“, einer ehemaligen neobarocken Franziskanerkirche, die seit 2004 als „Soziales Restaurant“ von einer non-profit-Organisation betrieben wird. Der darauffolgende Besuch der Nachkriegskirche Maria Goretti beeindruckte durch ihre hybrides Nutzungsmodell mit einer 2019 integrierten Raum-im-Raum-Konstruktion im Westteil der Kirche. Einen kompletten Umbau, jedoch nach reversiblen Maßstäben, erfuhr die ehemalige Heilig-Hartkerk in Gent, die 2016 von der Stadt zur „neightbourhood facility" transformiert wurde. Das Gebäude der ehemaligen Kirche St. Anthony of Padua in Gentbrugge ist heute Bestandteil und Eigentum eines Co-Housing-Projekts mit Tiny-Houses, das die Wohngemeinschaft mit Box-Einbauten als gemeinsamen öffentlichen und vermietbaren Raum betreibt. Den Abschluss am ersten Tag bildete die Zirkuskirche „Circusplaneet“ in Gent, die 2020 von einem Privatbetreiber zu einer Sporthalle für Akrobatik für Kinder und Jugendliche umgenutzt und behutsam und nachhaltig umgebaut wurde. Am zweiten Tag war die erste Station die ehemalige Kirche St. Josef in Roeselare, eine Nachkriegskirche von 1952, die 2020 vom Architekturbüro „Driearchitecten“ gekauft und mit viel Gespür für Raumatmosphäre zum eigenen Büro umgewandelt wurde. Die Kirche Sint Audomarus in Kortrijk Bissegem ist aus einem längeren Verhandlungsprozess zwischen Diözese und der Stadt 2018 als Hybridraum entstanden, mit Räumen für die Bücherei, Nachbarschaftsdienste sowie eine Kunstakademie. Der verkleinerte Gottesdienstraum im Chor ist zum Hauptschiff durch eine Glaswand abgetrennt. Ein ähnliches Konzept zeigte auch die Kirche Sint-Cornelius in Kortrijk Aalbeke, bei der nur der Gottesdienstbereich als Kapelle klarer durch eine Wand abgetrennt war und einen eigenen Außeneingang besaß. Den Abschluss bildeten drei extravagante Sakralbauten in der Region, für die die notwendigen Transformationen anstehen und die Planungen noch in den Anfängen sind: die Kirche Sint-Rita in Harelbeke von 1966 ist ein architektonisches Kleinod, angelehnt an die Betonsprache von Le Corbusier, hier werden aktuell mehrere Szenarien für eine erweiterte Nutzung mit entsprechenden Umbauten angedacht. Die Ruine der Kirche Sint Amelbergakerk in Bossuit Avelgen wurde bereits mehrmals durch künstlerische und architektonische Interventionen in Szene gesetzt, nun ist zu überlegen, wie mal langfristig die Ruine erhält oder aber dem Verfall preisgibt. Ein eher trauriges Bild gab der brutalistische (Bunker)Bau der Wallfahrtskirche „Onze-Lieve-Vrouw van Kerselare“ ab: eine Inkunabel des Sichtbeton-Baus von 1961, mit einem monumentalen vorkragenden Dach und einem Sakralraum, der halb außen und halb innen angeordnet ist. Nur leider ist die Betonkonstruktion so stark heruntergekommen, dass hier nur eine grundlegende Sanierung noch etwas retten kann. Es war großartige zwei Tage in Belgien mit unfassbar vielen Eindrücken von der so dynamischen Sakralbau- und Transformationslandschaft vor Ort! Wir sagen herzlichen Dank an Sven Sterken und Femke van der Meulen!

Stefanie Lieb

lieb@transara.de 

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