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02. Juni 2026

Kirchliche Transformationsprozesse und Ehrenamt: Fördern statt Überfordern Bericht zum 11. TRANSARA-Netzwerktreffen - Thema: Ehrenamt

Bericht zum 11. TRANSARA-Netzwerktreffen

Beim elften TRANSARA-Netzwerktreffen wurde am 22. Mai 2026 über das Thema „Kirchliche Transformationsprozesse und Ehrenamt“ diskutiert.

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Zum elften TRANSARA-Netzwerktreffen trafen die Mitglieder am 22. Mai 2026 auf Zoom zusammen. Aus verschiedenen Perspektiven wurde das Thema „Kirchliche Transformationsprozesse und Ehrenamt“ diskutiert. Manuela Klauser und Elisabeth März gaben aus der Perspektive der Forschungsgruppe eine Einführung zu den Chancen und Herausforderungen des Ehrenamts in den kirchlichen Transformationsprozessen. Einerseits führen Struktur- und Regionalisierungsprozesse, wie Manuela Klauser exemplarisch für das Bistum Aachen zeigte, zur Verschiebung von Verantwortungsbereichen und teilweise zu steigenden Anforderungen an Ehrenamtliche. Kirchliche Beratungs- und Fortbildungsangebote müssen noch besser auf diese neuen Gegebenheiten abgestimmt werden. Elisabeth März zeigte anhand der KMU IV, dass das Wirken für andere im sozialen Miteinander, mit hoher Eigenverantwortung, für ehrenamtlich Mitarbeitende in der Kirche einen sehr hohen Stellenwert hat. Die Entwicklung vom „alten“ zum „neuen“ Ehrenamt macht vor der Kirche nicht Halt. Darüber hinaus betonte sie die Bedeutung von selbstorganisiertem Ehrenamt, beispielsweise in Kirchbauvereinen. Einige Beispiele aus den west- und ostdeutschen Untersuchungsregionen ergänzten die Ausführungen und machten die vielfältigen Herausforderungen und zugleich die Unverzichtbarkeit ehrenamtlichen Engagements deutlich. Insgesamt wurde die Notwendigkeit von guter Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt sowie zuverlässiger und kompetenter Begleitung Engagierter unterstrichen; international gibt es dafür gute Vorbilder, beispielsweise die Arbeit des National Churches Trust in Großbritannien. Bernd Lülsdorf und Sonja Petersen aus dem Bistum Mainz präsentierten anschließend das dortige Projekt „Kirche im Wandel“ [Link: https://bistummainz.de/export/sites/bistum/kunst-gebaeude-geschichte/.galleries/Kirche-im-Wandel/KiW-2025-Abschlussbericht-Endfassung-gekuerzt.pdf], mit dem das Bistum neue Wege der Gestaltung und Nutzung von sakralen Räumen erkundete und auf vielfältige Weise in den Austausch mit interessierten und engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort trat. Der Prozess suchte die Verknüpfung von pastoralem Prozess und Immobilienprozess und warb um Akzeptanz für den Wandel von pastoralen Strukturen wie auch von Gebäudebestand und -nutzung. Ehrenamtliche tragen in diesem Prozess große Verantwortung, die Partizipationsstrukturen müssen jedoch noch weiter ausgebaut werden; insofern beurteilten die beiden Referierenden den Prozess als einen ersten Schritt, dem notwendig noch weitere folgen müssen, um die Akzeptanz und Teilhabe zu erhöhen. Nach einem Austausch in Kleingruppen schlossen sich Präsentationen zweier Projekte in Kirchenräumen an, die jeweils von Ehrenamtlichen getragen werden. Hanno Sprissler aus Köln-Sülz stellte „St. Karl – Kirche für Leib und Seele“ [Link: https://karl.koeln/konzept-st-karl/] vor, eine Nutzungserweiterung einer katholischen Kirche, die für die leiblichen Bedürfnisse Lebensmittelausgabe, Kleiderkammer und warmes Essen und für die seelischen Bedürfnisse verschiedenste spirituelle Angebote umfasst. Auf diese Weise werden marginalisierte Menschen aus dem Stadtteil unterstützt und ein kirchlicher Ort erfährt eine neue Ausrichtung. Das zweite Projekt, das „Bunte Haus“ [Link: https://www.miesbach-evangelisch.de/herzlich-willkommen-im-bunten-haus] in Miesbach, Oberbayern, wurde von Martin Reents präsentiert. Das Bunte Haus entstand aus einer Konzentration der evangelischen Kirchengemeinde auf einen Standort und den Neubau eines Foyers mit Wohnküche im Übergang von der Kirche zum Gemeindehaus. Das „Bunte Haus“ entwickelte sich weit über Gemeindegrenzen hinaus zu einem offenen Begegnungsort für zivilgesellschaftliche Gruppen und einem lokalen Treffpunkt und wurde mehrfach mit Ehrenamtspreisen ausgezeichnet. Neben ehrenamtlichen Gastgeber*innen sind zwei Quartiersmanagerinnen am Bunten Haus hauptamtlich tätig. In der Abschlussdiskussion wurde unter anderem deutlich, dass das Verhältnis von Haupt- und eine hauptamtliche Struktur Verlässlichkeit und Kontinuität schaffen, andererseits kann sie ehrenamtliches Engagement auch bremsen, wenn sie keinen Raum für eigenverantwortliches Engagement lässt. Die beiden Referenten standen jeweils für eine Form des Ehrenamts, das in hoher Einsatzbereitschaft und Eigenverantwortung arbeitet und eigene Professionalität einbringt; solches Engagement ist für viele Projekte ein großer Gewinn, kann aber nicht an allen Orten vorausgesetzt werden. Wo kirchliche Strukturen eine Kultur des Ermöglichens und des Freiraums schaffen, entstehen jedoch gute Voraussetzungen für eine gewinnbringende Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt. Wir danken herzlich den Referent*innen an diesem Abend! Das elfte Netzwerktreffen ist das letzte während der Laufzeit der DFG-Forschungsgruppe; nach Ende des Forschungsprojekts wird es aber mit neuer organisatorischer Leitung an der Universität Leipzig weitergeführt werden und den Austausch zwischen Praxisexpert*innen, Forschung und Interessierten weiterhin ermöglichen.

Elisabeth März

maerz@transara.de

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